Post: Populäre Leadership-Konzepte auf dem Prüfstand!

Veränderte Erwartungen der Belegschaft an Unternehmen und Manager - und umgekehrt - haben traditionelle Führungsmodelle in Frage gestellt. Doch was bieten populäre Konzepte positiver Führung wie „Authentic  Leadership“ und verwandter Ansätzen wie „transformational, servant, ethical, spiritual sowie charismatic Leadership“?  
In einer  umfassenden, qualitativen Vergleichs-Studie  wurden diese untersucht - hinsichtlich theoretischer Grundlagen, Konstrukt-Validität, Messbarkeit, grundlegender Fehler, empirischer Basis  und Relevanz in der Unternehmenspraxis (Alvesson et. al, 2019. Warning for excessive positivity: Authentic leadership and other traps in leadership studies).

Das Ergebnis ist mehr als erschütternd - die Studie sieht dadurch den gesamten Bereich der Leadership-Forschung weiter auf einen Tiefpunkt hin zutreiben, der sie als anerkanntes Lehrfeld scheitern lässt.

Demnach haben diese positive Leadership-Konzepte keine solide wissenschaftliche Basis, denn:

  • Sie sind hochgradig fehlerhaft, die inhaltlichen Grundlagen sind nicht stimmig bzw. falsch oder willkürlich interpretiert,
  • die begrifflichen Konzepte sind unscharf, vieldeutig, in sich widersprüchlich, ausschliesslich positiv formuliert. Somit wissenschaftlich kaum validierbar (keine Falsifisierung, keine negativen Ergebnisse möglich).

Positive Leadership-Konzepte zielen auf eine Massenzuhörerschaft, die Erfolgsbeispiele imitieren, von ihnen lernen und inspiriert werden will - sind aber nach Meinung der Autoren  für die Unternehmenspraxis wenig hilfreich.

Siehe:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1048984318307896